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© Pflaugis - Arcade 2026 / Letztes Update: 30.10.2026

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Pole Position - Restauration Pole Position - Restauration
Fehleranalyse: - Spiel PCB Restauration - Reparatur Netzteile + Patch - Monitor Überprüfung - Mechanik Überprüfen / Schmieren - Grundreinigung

Pole Position - Restauration

Gefunden in einem Auktionshaus, stand dieser Pole Position Automat bereit für seine umfassende Restauration. Die Ausgangslage war hervorragend. Der Holzkorpus präsentierte sich trocken und ohne Quellungen oder grobe Beschädigungen. Lenker und Gläser befanden sich ebenfalls in einem tadellosen Zustand. Trotz einer starken Verschmutzung bot das Gerät die perfekte Basis für eine erfolgreiche Aufarbeitung.
Bei der ersten genaueren Inspektion kamen dann die typischen technischen Probleme zum Vorschein. Am Trafo fehlte eine Sicherung, und auch der Monitor brauchte offensichtlich eine komplette Überholung. Die größte Baustelle wartete jedoch auf der Platine: Dort war noch die originale Batterie verbaut, die im Laufe der Jahre komplett ausgelaufen war. Die aggressive Lauge hatte bereits sämtliche Bauteile und Leiterbahnen in der näheren Umgebung angegriffen. Um den Laugenfraß sofort zu stoppen, entfernte ich die Batterie und pinselte die betroffenen Stellen mehrmals gründlich mit Essigessenz ein.
Auch die Pinouts waren durch den fehlenden Sense-Patch am Netzteil in Mitleidenschaft gezogen worden.
Für die professionelle Platinen-Rettung holte ich mir Unterstützung. Ich verpackte das Boardset und schickte es zu SamWhiskey, der passenderweise gerade eine andere Pole Position fertiggestellt und die Teststation noch aufgebaut hatte. Das erste Einschalten war eine echte Überraschung: Sie lief erstaunlicherweise! Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer. Kaum hatte er die Platine einmal umgedreht, quittierte sie den Dienst und warf den Fehler „RAM 8“ aus.
Die Bilddokumentation verdeutlicht den enormen Aufwand der Platinen-Instandsetzung. Schäden durch ausgelaufene Batterien erfordern höchste Präzision, da verbliebene Laugenrückstände die Zerstörung schleichend fortsetzen. Für diesen geduldigen und akribischen Einsatz gebührt SamWhiskey ein ganz besonderer Dank. Machen Sie sich selbst ein Bild von den einzelnen Reparaturschritten…
Wie auf den Bildern zu sehen ist, wurden sämtliche vom Laugenfraß betroffenen Bauteile ausgetauscht. Die noch brauchbaren ICs wurden aufwendig gereinigt und repariert. Anschließend wurde der Schutzlack von der Platine gelöst, um das gesamte Board noch einmal in Essigessenz zu baden. Danach ging die akribische Suche nach unterbrochenen Leiterbahnen los. Die verbrannten Pinouts waren durch einen herstellerseitig fehlenden Sense-Patch am Netzteil entstanden – hier hatte Atari ab Werk leider eine bekannte Schwachstelle eingebaut. Am Ende lohnte sich die harte Arbeit aber absolut. Ich hoffte sehr, dass es so bleiben wird. Nach der Platine ging es direkt mit dem Transformator weiter. Diesen baute ich komplett aus, begutachtete den Zustand und reinigte ihn gründlich. Bei der anschließenden Überprüfung der Sicherungen und Sicherungshalter stellte sich heraus, dass eine Sicherung komplett fehlte und eine weitere den falschen Wert hatte.
Die genauen Werte der Sicherungen konnte ich auf dem alten Etikett leider nicht mehr erkennen. Ich besorgte mir daher die passenden Werte aus der originalen Anleitung des Automaten. Da ich die entsprechenden Sicherungen nicht vorrätig hatte, musste ich diese erst einmal bestellen.
Als nächstes standen die Netzteile auf dem Plan. An dieser Stelle hatte Atari seinerzeit leider unsauber gearbeitet. Die Netzteile können leicht durchbrennen. Bei einem der Netzteile war das auch überdeutlich zu sehen. Zum Glück gab es aber auch für dieses Problem einen passenden Patch. Ein weiteres kurioses Detail: Der Audio-Verstärker-Chip (TDA 2002) war einfach mit Spax-Schrauben festgeschraubt worden. Dahinter gehörte eigentlich ein isolierendes „Kissen“, um einen Kurzschluss zu verhindern. Für die fachgerechte Überholung gab ich die Netzteile schließlich in die Hände von mrdo. Hier war der Ausgangszustand:
Während die Netzteile in Reparatur waren, kümmerte ich mich um den Anschlussstecker. Hier hatte jemand die 5-Volt-Leitung abgeklemmt und sie stattdessen direkt an die Platine gelötet. Diese unschöne Bastelbude machte ich rückgängig und brachte die Leitungen wieder ordnungsgemäß am Stecker an.
Die Arbeit hat sich gelohnt:
Schließlich kamen die Netzteile wieder aus der Reparatur zurück. Beide waren nun mit dem wichtigen „Sense“-Patch ausgestattet worden, damit sie in Zukunft nicht mehr durchbrennen konnten. Ich baute die überholten Komponenten direkt wieder in den Automaten ein – und der anschließende Test verlief absolut erfolgreich!
Für den „Sense“ Patch sind lediglich 2 Brücken an den Widerständen einzulöten. Mehr Informaton zum „Sense“ Patch gibt es hier.
Als Nächstes nahm ich mir das Gehäuse vor. Dieses war leider ziemlich verschmutzt. Gegen den hartnäckigen Dreck half am Ende nur noch der Griff zu „Bref Power“. Mit dem sauberen Ergebnis war ich anschließend mehr als zufrieden.
Kaum zu glauben das sich darunter ein Pole Position versteckte…
Als Nächstes nahm ich mir das Marquee vor, da hier die Beleuchtung komplett ohne Funktion war. Ich tauschte zuerst den Starter und die Leuchtstoffröhre aus, aber es tat sich absolut gar nichts. Schließlich maß ich die anliegende Spannung und stellte fest, dass dort nur 125 Volt AC anlagen. Ein Blick in das originale Manual brachte dann die Erleuchtung: Der Trafo sollte tatsächlich nur 118 Volt liefern. Damit war das Rätsel gelöst – mein Vorgänger hatte einfach einen falschen Starter für 230 Volt eingebaut.
Nach dem Wechsel des Starters gegen einen Tandem-Starter für 110–130 Volt und einer neuen Neonröhre klappte es dann auch endlich mit dem Licht. Danach reinigte ich noch das Marquee-Glas gründlich, saugte das gesamte Gerät von innen aus und baute alles wieder ordnungsgemäß zusammen.
Schließlich ging es an den Monitor, bei dem leider die Maske durchhing. Das sah nicht nur unschön aus, sondern wäre später beim Spielen auch extrem störend gewesen. Um das Problem zu lösen, baute ich die Maske aus und klebte mit doppelseitigem Klebeband einen stabilen Karton dagegen, der die Konstruktion dauerhaft nach oben zog. Das Ergebnis wurde richtig gut. Zum Abschluss reinigte ich noch die Röhre, die Scheibe sowie die Maske selbst und baute die gesamte Einheit wieder zusammen.
Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Nur wenige Tage später kam dann auch die Platine von SamWhiskey zurück. Nach dem Einbau hatte das Board direkt wieder die volle Funktion – alles lief perfekt!
Im nächsten Schritt hatte ich die Platinen (beide Lagen) zusätzlich mit einem Kabel +5V und GND verbunden um den Pinout zu entlasten, da dieser schmoren kann wenn die Kontakte verschmutzt sind. Dazu hatte ich die Kabel am Kabelbaum angezapft. Benutzt hatte ich Steckverbinder um die Platine, sollte es mal Probleme geben, ausgebaut werden kann.
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Als Nächstes schaute ich mir mal die Coin door an. Dort entfernte ich den alten Einbruchschutz, da dieser für den privaten Gebrauch natürlich nicht mehr benötigt wurde. Gesichert war das Ganze mit einer massiven Eisenstange und Haken, die von innen mit drei rostigen Muttern verschraubt waren. Ich ahnte schon Schlimmes beim Lösen... aber die Muttern waren erstaunlicherweise echt nur handfest angezogen, sodass ich sie völlig ohne Probleme aufdrehen konnte. Somit war auch die Stange schnell entfernt. Die zurückgebliebenen Löcher werde ich im Anschluss mit Spachtelmasse zu spachteln.
Wie ihr auf den Bildern sehen könnt war die Coin door total demoliert…
Zwischendurch hatte ich mich mal ein bisschen nach Ersatz umgesehen. Hin und wieder sah man zwar gebrauchte Münztüren bei Auktionshäuser, aber preislich lagen die dann schnell bei 100 Euro aufwärts. Für diesen Preis beschloss ich, erst einmal zu versuchen, die alte Coin door wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen. Wie neu musste sie ja schließlich auch nicht aussehen – jeder Automat hat eben seine Geschichte. Also baute ich erst mal die alten Türen aus.
Für die Lampenhalterungen und das Gussteil des Münzeinwurfs mussten als Ersatz Hellomat-Teile herhalten. Diese Bauteile waren absolut identisch, nur das Gussteil musste ich noch schwarz lackieren. Danach versuchte ich, die Coin Door etwas auszudellen. Bei der oberen Tür funktionierte das ganz gut, aber die untere war ziemlich demoliert. Schließlich schliff ich die Türen etwas ab und entfernte die Bläschen vom alten Lack. Ein kurzer Zwischeneinbau zeigte: Es schliff nichts mehr. Allerdings war es leider unmöglich, die Dellen komplett herauszubekommen – gerade die untere Tür war extrem verdellt. Ich hatte anfangs noch keine Ahnung, ob ich sie überhaupt wieder verwenden würde. Nach diesen ganzen Aktionen wanderten die Teile erst einmal in die Spülmaschine, bevor sie frisch lackiert und wieder zusammengebaut wurden.
Als Nächstes waren die Münzprüfer an der Reihe. Dort waren nur normale Bepreisungsschilder ohne das originale Atari-Logo verbaut – das ging für mich natürlich gar nicht. Also lud ich mir die passenden Vorlagen aus unserem arcade reloadad Forum herunter und druckte mir neue Schildchen aus. Im selben Zuge reinigte ich direkt die Münzeinwürfe gründlich und setzte die frisch gedruckten Schilder ein.
Zum Schluss wurden die Münzprüfer noch richtig eingestellt und alles wieder an Ort und Stelle zurückgebaut. Perfekt wurden die Türen durch die heftigen Deformationen im Blech zwar leider nicht, aber ich fand, das Ergebnis konnte sich trotzdem absolut sehen lassen.
Soweit so gut. Was muss nun noch gemacht werden: - Lüfter zur Kühlung der Platine - Löcher flicken am Gehäuse Gerne dürft Ihr in unserem Forum an der Restauration / Reparatur teilhaben und mitdiskutieren. Zum Thread gehts hier. Eine Registrierung ist erforderlich.